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KATEDRA LEGNICKA

Papst Johannes Paul II berief in der Bulle "Totus Tuus Poloniae Populus" vom 25. März 1992 die Diözese Liegnitz ins Leben, die einen Teil des Gebiets der Diözese Breslau umfaßt. Die bisherige St. Peter und Paul Pfarrkirche wurde zur Würde einer Domkirche der neu gegründeten Diözese erhoben.

Zum ersten Bischof der Diözese Liegnitz ernannte der Hl. Vater den bisherigen Hilfsbischof der Diözese Breslau, Pf. Dr. Tadeusz Rybak. Zum Liegnitzer Hilfsbischof wurde Pf. Dr. Adam Dyczkowski aus Breslau ernannt.

Als Bischofs-Domkirche der Diözese bestimmte Johannes Paul II. die Peter und Paul Kirche. Der Dom ist, als die wichtigste aller Kirchen der Diözese, Ort des religiösen Lebens und bedeutender Ereignisse aus dem Leben der Diözese, unserer Stadt und Pfarrei.

Der erste Vermerk über die St. Peter Apostel Kirche, als der ersten der drei Liegnitzer Kirchen, geht auf das Jahr 1192 zurück. In der Urkunde Heinrich des Bärtigen aus dem Jahre 1208 wird die St. Peter Kirche und eine Mühle erwähnt, in Hinsicht auf den Unterhalt des Klosters in Trebnitz. Die St. Peter Kirche bedeutete ein Zentrum des religiösen und des pfarrgemeindlichen Lebens. Man nannte sie Hauptkirche der Stadt. Anfangs war die Kirche ein kleines Gotteshaus aus Holz; lokalisiert am Stadtring, erfüllte sie die Aufgaben der städtischen Pfarrkirche. 1225 wurde die St. Peter Kirche aus Stein errichtet. Dies bestätigen die letzten archäologischen Forschungsergebnisse, welche Prof. Rozpêdowski und Prof. Lasota durchführten. Während des Einfalls der Tataren wurde die Kirche 1241 vernichtet. Im presbyterialen Teil wurde sie alsbald aufgebaut und diente den Gläubigen bis zur I. Hälfte des 13. Jh.

Im Jahre 1333 unternahm Meister Wiland den Bau nach dem Vorbild der St. Elisabeth Kirche in Breslau. In seinen Entwürfen wollte Wiland das Gotteshaus derart ausbauen und umbauen, um ihm den Rang einer basilikalen Kirche zu verleihen. Im Vertrag mit dem Stadtrat sollte Meister Wiland für den Betrag von 150 Mark die Mauern der Kirche, die Türme, die Portale, die Pfeiler und Gewölbe errichten. Meister Wiland erlebte die volle Realisierung der Errichtung, wie er sie entwarf, nicht. 1338 brach ein Feuer aus und brachte vielerlei Vernichtung. Nach dem Brand bestimmte der Stadtrat erhebliche Beträge für den weiteren Aufbau und Ausbau der St. Peter Kirche.

Den im Jahre 1333 begonnenen Bau der Kirche setzte man in raschem Tempo fort. Neun Jahre später wurde von Bischof Wenzel aus Pogorzel der Tag der Einweihung der Kirche auf den 20. September 1342 festgelegt. Zu dieser Zeit erhielt die Kirche ihren zweiten Patron - den Hl. Paul. Die Pfarrkirchweihe erfüllte 1341 Bischof Nankier aus Breslau.

Bald starb Meister Wiland. Zu Ende kam auch die Wilander - Etappe des Baus der St. Peter Kirche. Es war nicht leicht einen neuen Baumeister zu finden. Ordner des weiteren Baus wurde der Bürgermeister der Stadt, Heinrich Ysinberg, selbst.

Das Innere der Kirche ist dreischiffig, gestützt auf Tragpfeiler, hat einen pseudobasilikartigen Charakter. Das Hauptschiff ist wesentlich höher als die Seitenschiffe. Es besitzt ein Netzgewölbe, dagegen die Seitenschiffe ein Kreuzgewölbe. Das Gewölbe des presbyterialen Teils hat die Gestalt eines Rippengewölbes. Eine andere Art Wölbung haben die Seitenkapellen. Sie treten in sternartiger Form auf. Der Chor wurde um die sog. Glorie und die westlichen Pfeiler vergrößert. Aus der Zeit vor dem Brand blieben die ältesten Strebepfeiler bewahrt. Das runde Fenster zwischen den Kirchtürmen - die sog. Rosette - ist der älteste Teil der Kirche.

Die Peter und Paul Kirche bildete damals ein Zentrum des religiösen Lebens der Pfarrei. Sie wurde als Hauptkirche der Stadt bezeichnet und übte die Funktion einer Pfarrkirche aus.

Den weiteren Bau in den Jahren 1370-1378 führte Meister Conrad aus Krakau, dessen Aufenthalt in Liegnitz bis 1390 bestätigt ist. Aus diesem Zeitraum stammen die Portale des Haupteingangs in das Gotteshaus, zweiteilig, an der westlichen und nördlichen Seite der Fassade.

Am Tympanon über dem Nordportal der Kirche befindet sich die Szene der Anbetung der drei Könige. Im Zentrum der Komposition steht die Madonna mit dem Jesuskind und der Hl. Josef. Auf der linken Seite wurden die Drei Könige dargestellt, die sich vor Christus verbeugen. Gleich daneben bewachen zwei Soldaten drei Pferde, an die sich ein "wilder Mann" heranschleicht. In den Wolken über den Köpfen schwebt ein Engel. Ganz oben schwingt der Hl. Geist in der Gestalt einer Taube. Die Könige Kasper, Melchior und Baltasar sind Schutzheilige der Reisenden, insbesondere derjenigen, die ihren letzten Weg nehmen. Das Lokalisieren dieses Portals in der Nähe des Marktplatzes und des Kirchenfriedhofs sollte deutlich auf den letzten Weg des irdischen Lebens hinweisen. Die Standbilder beider Apostel wurden am Nordportal an den Seitenpfeilern dargestellt, die die Szene der Anbetung der Drei Könige umschließen.

Ältestes und kostbarstes Werk sakraler Kunst in diesem Gotteshaus ist ein bis heute bewahrtes Taufbecken aus der 1. Hälfte des 13. Jh., das im Kreise des Zisterzienserklosters in Leubus angefertigt worden ist. Es hat die Form eines Kelches. Der obere Teil ist mit 12 christologischen Reliefs geschmückt: Mariä Verkündigung, Christi Geburt, Opferung im Tempel, Anbetung der Drei Könige - zwei Reliefs, Wiederfinden Christi im Tempel, Christi Taufe im Jordan, Geißelung, Christi Weg aus das Golgatha, Kreuzigung Christi, Christi Himmelfahrt und Auferstehung. Durchmesser und Tiefe des Tarfbeckens deutet, daß die Kinder während der Taufe gänzlich eingetaucht wurden. Dieser Brauch wurde bis zum 16. Jh. beibehalten. Das Taufbecken ist ein Werk der Bronzekunst, einmalig in Europa.

In der ersten Kapelle auf der Sakristeiseite befindet sich das Grabmal des fürstlichen Paares Ludwig II (1436) und seiner Gattin Elisabeth von Brandenburg (1449). Diese sepulkrale Skulptur stammt aus den Jahren 1425-1436.

Zu den hochwertigen Denkmälern der mittelalterlichen Kunst gehört die steinerne Skulptur "Ecce Homo", mit der Christus und Pilatus darstellenden Szene, die sich in der Seitenkapelle auf der Ringseite befindet. Die Skulptur wurde aus Stein angefertigt. Die Szene ist von einer rechteckigen Nische an der südlichen Kapellenwand unter dem Chor umrahmt. Christus hat einen blutroten Mantel an und Dornenkrone auf.

Im Mittelalter wurde das Gotteshaus um eine in einem Sandsteinblock gehauene Szene aus dem Beginn des 14.Jh. bereichert, die den Abschied der Heiligen Peter und Paul vor ihrem Märtyrertod darstellt. Diese Skulptur ist die älteste Darstellung der beiden Apostel in der Kirche und befindet sichheute unter dem Chor bei der Kapelle des Hl. Sakraments.

In der Kirche findet man ein Ensemble von fünf Figuren mit Apostelattributen aus dem 14. Jh. Diese bilden ein Meisterwerk gotischer Kunst. Sie wurden im südöstlichen Teil der Kirche auf der Seite der Sakristei untergebracht.

In den Jahren 1378-1390 nahm Meister Klaus Parlirer die Vollendungsarbeiten auf. Der Maurermeister Vielkunst führte die gotischen Fensterumrahmungen aus.

In der Kirche wurde ein Altar zu Ehren des hl. Nikolaus erbaut. Er erfreute sich großer Verehrung. Er war Ort zahlreicher Pilgerfahrten. Im Hauptschiff der Kirche war am Anfang des 15. Jh. ein Altar, auf dem der kniende Christus, während seines Gebets auf dem Ölberg, dargestellt war und hinter Ihm die hl. Hedwig von Schlesien. Auch dieser Altar war das Ziel von Wallfahrten.

Größtes Werk gotischer Kunst in der St. Peter und Paul Kirche war der Hauptaltar, der mit geöffneten Flügeln die Breite von 7,7 m aufwies und zu den größten in Ostdeutschland gehörte. Im Mittelteil des Altars befanden sich die Standbilder der Muttergottes und der Hl. Peter und Paul, in der Predella dagegen vier Brustbilder von Hl. Peter, Paul, Johannes und Matthäus.

Der Altar setzte sich höchstwahrscheinlich aus acht beidseitig mit Malerei geschmückten Tafeln zusammen, die die beiden Flügel bildeten.

In der Domkirche befindet sich ein Penaptychon mit Szenen, das die Hl. Anna Selbdritt, die Hl. Hedwig und Leiden Christi darstellt. Dieses kostbare Denkmal gotischer Malerei befindet sich in der Kapelle auf der nördlichen Seite der Kirche.

Auf dem Nordpfeiler der Kirche hing ein Kreuz mit dem Leib Christi natürlicher Größe, gestiftet 1493. Es zog zahlreiche Pilger und Bewohner von Liegnitz an. Die Christus anbetenden Menschen erfuhren nach Überlieferung viele Gnaden.

Im 15. Jh. wurden zwischen den Strebepfeilern der Seitenschiffe 9 Kapellen angebaut. Seit der Zeit hat das Gotteshaus den Charakter eines Fünfschiffbauwerks. Stifter waren reiche Bürger der Stadt, die einzelnen Innungen und das städtische Patriziat. Unter den Ursachen für die Stiftung der Kapellen in der St. Peter und Paul Kirche war das Recht zur Bestattung im Bereich des Gotteshauses. Seit der Zeit verblieben im Laufe der Jahrhunderte viele Grabmäler und Grabschriften. Sie sind an den Pfeilern, in den Kapellen und Außenmauern angebracht. Unter ihnen die von der Heide aus dem Jahr 1420, von Nikolaus Popplau, Alexander, Hieronymus und Johannes aus den Jahren 1428-1457.

In einer Nebenkapelle, auf der südlichen Seite, in unmittelbarer Nähe des Chors, befindet sich die Grabschrift der Familie Sighofer, aus dem 17. Jh. stammend. Sie ist dem Altar nachgebildet. Den zentralen Teil hat die Gestalt Christi auf dem Kreuz inne. Unter dem Kreuz - in der Haltung der Verklärung im Gebetknien die Gestalten aus der Familie Sighofer.

Diese Grabschriften und Grabmäler in der Kirche und auf ihren Mauern sprechen beredt von der Frömmigkeit damaliger Menschen. Die reiche Symbolik und der eschatologische Inhalt bewegt jeden Menschen zur Betrachtung. Zu den wertvollsten Denkmälern steinerner Skulptur gehört die Grabschrift der Familie Langner aus der I Hälfte des 17. Jh., in derselben Kapelle befindlich, wo auch die Szene "Ecce Homo" angebracht ist. Den mittleren Teil bildet die Szene der Himmelfahrt des Herrn. In den Seitenflügeln sind die Gestalten der Heiligen. Im unteren Teil sehen wir Vertreter der Stifterfamilien dieses Epitaphs.

Hieronymus Langner wurde am 17. März 1561 zum Stadtschöffen in Liegnitz gewählt. Er starb am 18. Oktober 1580 als Stadtrat. Er hatte 5 Töchter und 3 Söhne. Langner war sehr vermögend und gehörte zum Patriziat der Stadt. Das Grabmal wurde von der zweiten Frau Langners, Hedwig, die im Jahre 1591 starb, gestiftet. Die Stelle, an der sich das Epitaph befindet, wurde einst "Taufkapelle" genannt.

Anfang des 16. Jh. wurde die Kirche, wie viele andere Gotteshäuser durch die Anhänger der Lehre Martin Luthers übernommen. Seinerzeit war der Grundsatz "cuius regio, eius religio" allgemein angewandt. Auf diese Art und Weise, unter der Herrschaft Friedrich II., nahmen im Jahre 1524 die Lutheraner die St. Peter und Paul Kirche in ihre Nutzung. Dieser Herrscher beschenkte die Hauptkirche der Stadt mit einem großen Privileg. Seit dem 21. November 1535 wurde das Gotteshaus von jeglichen Gebühren und Steuern befreit. Die auf diese Art ersparten Beträge wurden zur Erhaltung der altertümlichen Kirche verwendet.

Bei der Peter und Paul Kirche wurde eine Bibliothek gegründet. Mit der Gründung beschäftigte sich Pfarrer Bartholomäus Rörzdorf, der in Jahre 1540 200 Taler für dieses Ziel spendierte. Außerdem wurde die Sammlung vom Herzog Friedrich III. bereichert. Es war eine der berühmten niederschlesischen Büchersammlungen. Im Jahre 1658 hatte Teofil Patisens einen Katalog angelegt und alle Bücher aufgenommen. 1845 besaß die Bibliothek 8000 Bände, unter anderen auch Manuskripte auf Pergament und Inkunabeln aus dem ausgehenden 15. Jh.

Seit 1552 wurde in der Pfarrgemeinde der Hl. Apostel Peter und Paul im großen Umfang karitative Tätigkeit geführt. Die Angehörigen der Pfarrei waren jede Woche verpflichtet, für die Bedürfnisse der Armen zu spenden. Es festigte sich auch der Brauch, Gebäck für die Bedürftigen mitzubringen. In erster Linie erhielten Hilfe kinderreiche Familien, die mit zwei Zeugen um die Unterstützung kamen. Diese wohltätige Aktivität für alle Brauchenden weckte unter den Liegnitzer Einwohnern Anerkennung.

Nach dem Bericht des Pastors Ziegler erfüllte die Kirche auch die Funktionen eines Hospitals, in das man während des 30-jährigen Krieges die Verwundeten aus den nahe gelegenen Kampfgebieten brachte.

Während der Renaissance wird das Gotteshaus um viele Kunstwerke hölzerner und steinhauerischer Arbeit reicher. Das hölzerne Gestühl der städtischen Ratsherren wurde 1568 aufgestellt. Im oberen Teil des Prunkhimmels, gestützt auf reich geschmückten Säulen, befindet sich das Wappen der Stadt und die Schutzherren des Gotteshauses. Diese Bank im presbyterialen Teil der Kirche zeichnete die damaligen Stadtväter aus, die in ihrer Tätigkeit das Wohl des Gotteshauses, das den Einwohnern der Stadt diente, vor Augen hatten.

Im großen Brand am 11. November 1648 brannte der Turm und die Turmuhr aus dem Jahre 1592 aus. Zerstört wurden ebenfalls die Glocken. Der Turm wurde in den Jahren 1649-1651 dank den Spenden aus Brieg, Neiße, Lauban, Zittau und Görlitz wiederaufgebaut. Im Jahre 1654 wurde die Turmkuppel mit Kupferblech bedeckt. Die neue Turmuhr wurde im Jahre 1652 von Meister Eugert aus Breslau geliefert.

Die Renovierung der Kirche im Jahre 1665 wurde mit Stadteinnahmen finanziert, die als Bußgelder für die Einfuhr von Bier sowie für Verstoß gegen den VI. Gebot "Du sollst nicht unkeuschen" erhoben worden sind.

Die steinerne Kanzel aus weißen Sandstein wurde in den Jahren 1586-1588 verfertigt. Stifter der Kanzel war der Waffenschmied Alexander Eckstein, der für diesen Zweck den Betrag von 150 Talern hergab. Ausführender Künstler war der vortreffliche Liegnitzer Bildhauer Kasper Berger.

Die steinerne Kanzel, die sich in der Nähe des Gestühls des Fürsten befand, wurde beim neugotischen Umbau der Kirche in den Jahren 1894-1894 an die heutige Stelle versetzt. Die Stütze der Kanzel bilden 4 Gestalten: Moses mit den Tafeln der 10 Gebote, David, Josua und Juda Makkabäer. Auf dem Geländer der Treppe befinden sich die Szenen: Anbetung der Hirte und der Drei Könige, das letzte Abendmahl, Gebet auf dem Ölberg. Am Brett des Kanzelkörpers sind Szenen dargestellt: Krönung Christi mit der Dornenkrone, Kreuzigung Christi, Christi Auferstehung und Begegnung seiner Schüler auf dem Weg nach Emaus. Die Szene der Kreuzigung wird von der Inschrift begleitet: "Dieses Werk erbaut im Jahre 1588 der Regierung Friedrich IV. schlesischen Fürsten in Liegnitz und Brieg".

Am Rücken der Kanzel wurde eine Tafel an den Pfeiler angebracht. Die Szene stellt die Predigt Christi, unter den Gesammelten bemerkt man die Gestalten von Alexander Eckstein, seinen beiden Frauen, zwei Brüdern, seinen Kindern und vom Bildhauer Kasper Berger, der einen Zirkel und ein Lineal in der Hand hält. Über der Kanzel hängt ein hölzerner Baldachin aus dem 17. Jh. Im unteren Teil des Baldachins befindet sich die Szene der Himmelfahrt Christi, den Engeln mit den Martergeräten begleiten. Im oberen Teil findet man die Figur Christus des Auferstandenen. Die die Kanzel verzierenden Wappen des herzoglichen Paares Ludwig IV. und Anna Sofia von Mecklemburg aus den Jahren 1649-1663 sind ein Beweis dafür, daß die Arbeiten an der schönsten Kanzel Schlesiens zur selben Zeit vollendet wurden.

Gegenüber der Kanzel stand das Podium des Herzogs. An seiner Außenseite wurden Gemälde angebracht, die die Mongolenschlacht bei Liegnitz darstellten.

Das Zeitalter des Barock vermerkte sich im Gotteshaus mit einem monumentalen Werk. Dies ist der Hauptaltar. Im Jahre 1743 wurde mit einer gründlichen Renovierung des Kircheninneren begonnen. Nach vier Jahren, im Jahre 1747, wurde auf Anregung des Stadtrats das Komitee für den Bau des neuen Altars gegründet. Zu diesem Zweck wurden 1800 Taler gesammelt. Die in den Zünften zusammengeschlossenen Liegnitzer Handwerker boten unbezahlt ihre Hilfe beim Bau des Altars an. Die Altarskulpturen wurden vom bekannten Liegnitzer Christian Grünewald angefertigt. Das Gemälde Christus des Auferstandenen malte der Breslauer Maler Johann Heinrich Kynast. Die Einweihung des Altars wurde im November 1756 von Pastor Jonatan Krause zelebriert. Sein Nachfolger Friedrich Engelbert Albinus führte den Bau des Altars im Jahre 1767 zum Ende. Die Polychromie und Vergoldungen wurden vom Liegnitzer Maler Johann David gegen die Summe von 1200 Taler angefertigt.

Der Altar wurde aus Holz und Stuck gebaut. Er ist 12 Meter hoch. Mit Hilfe von Säulen und Wandpfeilern wurde das zentrale Bild Christus des Auferstandenen hineinkomponiert. Im unteren Teil des Altars im Vordergrund die Gestalten der heiligen Apostel Peter und Paul, im hinteren Teil dagegen die Gestalten der 4 Evangelisten. Abschließendes Ornament des Altars bilden die Flachreliefs: der Taube als Symbol des Hl. Geistes, über ihr in strahlender Glorie von Engeln umgeben die Gestalt Gott des Vaters, mit der rechten Hand auf Gottes Sohn weisend, mit der Geste der Erwartung und Begrüßung. Über den Figuren der Evangelisten, mit den Mosaikfenstern im Hintergrund, wurden zwei Skulpturen untergebracht: ein Adler (links) und ein Löwe (rechts) mit Schlüsseln.

Im Jahre 1811, während der Durchführung von Renovierungsarbeiten, wurden zahlreiche wertvolle Reliefs und Wandgemälde verputzt. Im 19. Jh. wurde ein gründlicher Umbau der Kirche vorgenommen. Die Professoren der Kgl. Bauakademie in Berlin wiesen zweimal die vorgelegten Pläne des Umbaus des Gotteshauses zurück. Erst der dritte Entwurf des Prof. Otzen wurde zur Verwirklichung akzeptiert. In seinen architektonischen Plänen knüpfte Otzen an die historische Sicht des Meisters Wiland aus dem Jahre 1333 an. Er wollte auf diese Weise der Kirche den erhabenen Basilikastil verleihen. Die Umbauarbeiten wurden 1892 begonnen und dauerten 2 Jahre. In dieser Zeit wurde der äußere Teil der Kirchenmauern mit Maschinenziegeln verblendet; der westliche Giebel wurde wieder aufgebaut, die Portale, Rosette und steinerne Fensterverkleidungen wurden renoviert, es wurden auch Veränderungen in der Architektur der Seitenkapellen vorgenommen - es entstehen Balkons mit Plätzen für die Gläubigen, die Glasmalereien werden verändert, es wird die elektrische Installation eingeführt, auf südlicher Seite ein zweiter Turm hinzugebaut, der die Landschaft der Stadt veränderte.

Auf einem der Kirchtürme befand sich die Wohnung des Feuerwehrmannes, der Tag und Nacht das Panorama der Stadt überblickte und ihre Sicherheit überwachte. Im Falle eines Brandes oder anderen Unglücks, bewegte er die Alarmglocken und hängte eine Flagge aus, richtungsweisend auf das Unglück. Diese gesellschaftlich wichtige Tätigkeit und ehrbarer Dienst hatte auch anderen Charakter. Tag für Tag, außer den Freitagen und der Karwoche, maßen sie mit dem Signal ihrer Trompete die vergehende Zeit ab.

Für die Besucher der Stadt bildeten die Glockenspiele auf dem Kirchturm eine große Anziehungskraft aus, die zu bestimmter Zeit Melodien religiöser Gesänge ausläuteten. Die Liegnitzer Glockenspiele weckten nicht nur unter schlesischen Einwohnern Entzücken. Während des 2. Weltkrieges wurden sie demontiert und ausgefahren.

Der erste Vermerk über eine Orgel in der Peter und Paul Kirche stammt aus dem Jahre 1438. Im 19. Jh. wird von zwei Orgeln und einem Stammorganisten gesprochen. Die größere Orgel, mehrmals umgebaut, diente bis zum Jahr 1725.

Von 1722 bis 1725 dauerte der Bau einer neuen, großen Orgel, die von dem Breslauer Orgelbauer, Ignatius Mentzel, errichtet wurde. Die Liegnitzer Orgel zählte 31 Stimmen, die zwischen zwei Manualen und einem Pedal verteilt wurden. Die Orgel verfügte über einen vielfältigen Klang und war zum Vortrag polyphonischer Musikstücke geeignet, was für die Barockinstrumente charakteristisch ist.

Der bis heute erhaltene Orgelprospekt, der mit spätbarocker Schnitzerei und Skulpturen geschmückt ist, nimmt die gesamte Breite des Chores in Anspruch. Während des neugotischen Umbaus der Kirche wurden die auf den Gesimsen der Pfeifentürme befindlichen Skulpturen entfernt.

Im 19. Jh. wurde die Orgel mehrmals umgebaut, was sowohl ihren Klang als auch ihren Spielmechanismus allmählich veränderte. Der gesamteuropäischen Tendenz gemäß wurde sie in ein homophonisches Instrument umgebaut, das der Faktur und dem Charakter der damaligen Musik entsprach. Systematisch wurde auch die Zahl der Stimmen vergrößert, damit der Klang an Kraft gewann.

Im Jahre 1894 baute die Firma Schlag & Söhne eigentlich ein neues Instrument, wobei nur die wenigen alten Stimmen erhalten blieben. Die Zahl der Stimmen wurde auf 53 vergrößert, die Traktur wurde gegen eine pneumatische ausgewechselt, es wurden viele moderne Einrichtungen eingebaut, die das Spiel erleichterten. Im Grunde genommen ist die Orgel in dieser Gestalt bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Einige Veränderungen im Klangsatz führte 1928 Gustav Heinze ein. Die letzten Ausbesserungsarbeiten am Instrument, die von der Firma von Stanis³aw Broszko ausgeführt wurden, dienten der Wiederherstellung des alten Klangs und der technischen Leistung. Die Domorgel kann somit wieder zu den wertvollsten Orgeln in Schlesien gezählt werden. Zur Zeit verfügt die Orgel über 59 Stimmen.

Im Sommer finden in der Domkirche Konzerte von polnischen und ausländischen Komponisten sowie Choren und Solisten statt. Prof. Marian Sawa schrieb für die Orgel des Liegnitzer Domes den "HYMNUS in honorem Sancti Petri et Pauli". Die Uraufführung fand 1995 in der Domkirche in Liegnitz statt. Die Partitur wurde Pfarrer W³adys³aw Bochnak überreicht. Das Werk brachte seinem Autor Anerkennung und fand seinen Platz im Repertoire von vielen Musikern.

Die St. Peter und Paul Kirche, die von Anfang an das zentrale Gotteshaus war, erringt im 19. Jh. eine noch größere Bedeutung im gesellschaftlichen Leben der Stadt. 1830 führte man den Brauch ein, daß Mitglieder der staatlichem Behörden und Lehrer im Zug vom Rathaus zur Kirche gingen, wo ein Gelegenheitsgottesdienst für die Versammelten gelesen wurde. Dieser Gottesdienst fand alljährlich am 25. Juni statt. Von demselben Jahr an veranstaltete man alljährlich am 26. Juni einen Sondergottesdienst für die Kinder und Jugend der Liegnitzer Schulen. Die Teilnahme der Kinder und Jugend am gemeinsamen Gebet erzeugte eine besondere Atmosphäre gegenseitiger Achtung, der Geneigtheit und der Ehrerbietung.

Seit 1947 wurde die St. Peter und Paul Kirche von neuem ein katholisches Gotteshaus. Erster Pfarrer in der Nachkriegsgeschichte der Pfarrgemeinde war Prälat Tadeusz £±czyñski. Die Jahre seiner Seelsorge entfielen auf einen schwierigen Zeitraum der Fehde mit der Kirche und Religion. Trotz der Verfolgungen und Gegensätze sorgte Pfarrer £±czyñski mit vollem Eifer um das Geisteswohl der Gläubigen und um die Kirche. In den Jahren 1960-1963 wurde der Putz in der Kirche gründlich erneuert, es wurde eine neue elektrische Leitung gelegt und Beschallung eingerichtet, vor der Feuchtigkeit abgesichert. In den Nebenkapellen wurden Räume für den Religionsunterricht der Kinder und Jugend eingerichtet. Er legte die Zentralheizung an und sicherte die Kirchenfenster vor einer Beschädigung. Er bemühte sich auch um eine neue Dachdeckung mit Kupferblech im unteren Teil des Daches der Sakristei. Seienen Bemühungen ist die Einführung des neuen Altars zur Ehre des Hl. Anton von Padua zu verdanken (heute befindet er sich im Seitenschiff an der Seite der Sakristei). Zu den Feierlichkeiten des Jahrtausends des Christentums in Polen wurde das Streichen der Kirche ausgeführt und im Jahr 1971 erbaute er einen neuen Marmoraltar nach dem Konzil.

Vom Jahr 1988 an wurde zweiter Pfarrer der Pfarrgemeinde W³adys³aw Bochnak. In den Jahren 1988-1994 wurden dank den Bemühungen von Pfarrer Bochnak und der Freigebigkeit von den Angehörigen der Pfarrei sowie von vielen anonymen Spendern zahlreiche Renovierungsarbeiten ausgeführt. Sie wurden unternommen in Hinblick auf die künftige Rolle der Kirche, was mit Bischof Kardinal Henryk Gulbinowicz abgesprochen wurde.

Am Anfang wurde die Dachhaut renoviert, weil die Decken der Kirche von Regenwasser beschädigt waren. Es wurden 2 kleine Türme auf der östlichen Seite der Kirche, die mit Einsturz drohten, umgebaut und renoviert. Es wurde der neue Granitfußboden für die ganze Kirche gekauft (in der Kirche Striegauer Granit, im Presbyterium der bunte schwedische Granit) und ein neuer Holzfußboden unter den Bänken verlegt. Vor dem Verlegen des Fußbodens erfolgte ein Umbau des Presbyteriums. Im Seitenschiff von der Seite der Sakristei wurde eine Gruft für Liegnitzer Bischöfe eingerichtet. Es wurden neue elektrische und Lautsprecherinstallation unter dem Fußboden im Presbyterium und im Mittelschiff der Kirche eingebaut. Man führte die Renovierung der Gestühle aus dem 17. Jh. durch und versetzte sie vom Hauptaltar in das Seitenschiff beim Altar der Hl. Hedwig. Es wurde die alte protestantische Bankordnung in die Richtung des Hauptaltars verändert.

In der Sakristei und in der Kapelle unter dem Chor wurden Mosaikfenster eingebaut und die Mosaikfenster in der Kapelle der Barmherzigkeit Gottes mit neuen Bleiverbindungen versehen. Es wurden außerdem 11 neue farblose Mosaikfenster im alten Stil im Kirchturm eingebaut.

In der Kapelle der ewigen Verehrung des Hl. Sakraments wurde eine neue Gittertür angebracht, die vom Meister W³adys³aw Kret und seinen Söhnen aus Ulesie angefertigt worden ist. Die Gittertür wurde von W. Kret mit Söhnen, Janusz und Witold Zarówny, Familie Wawrzyniak und vielen anonym bleibenden Angehörigen der Pfarrei gestiftet.

In der alten Taufkapelle errichtete man den Altar der Barmherzigkeit Gottes, dessen Anfertigung von zwei Stiftern finanziert worden ist. Für die künftige Domkapitel wurden neue Gestühle und Bänke im Presbyterium des Hauptaltars angefertigt. Es wurden neue Leuchter aus Messing angebracht, die die Innenausstattung des Gotteshauses bereicherten. Es wurde eine neue Gasheizungsinstallation verlegt und an das Stadtnetz angeschlossen.

Es wurden zwei neue Seitenaltare angefertigt, rechts der Altar Muttergottes der Hoffnungshüterin, links der Hl. Hedwig, der von Soldaten der Polnischen Armee und Polizisten aus Liegnitz gestiftet worden ist. Das Gemälde Muttergottes der Hüterin unserer Hoffnung ist aus Nadwórna (Diözese Lemberg) von Pfarrer Tadeusz £±czyñski und den Angehörigen seiner Pfarrei schon im Mai 1945 nach Liegnitz mitgebracht worden. Das Gemälde wurde am Seitenaltar in der Johanneskirche untergebracht. Als Pfarrer £±czyñski im Herbst 1947 zum Probst der Peter und Paul Pfarrei wurde, versetzte man das Gemälde in das Seitenschiff der Kirche. Während des Kriegs und infolge des Transports ist das Gemälde teilweise beschädigt worden. Es wurde im Jahre 1989 vom Liegnitzer Künstler Henryk Baca gründlich renoviert. Die Renovierung beruhte auf Reinigung, Nachbesserung und Konservierung der Malfläche, die auf eine neue Grundlage angebracht wurde. Das hölzerne Kleid wurde vergoldet und mit 557 Edelsteinen versehen, die von 128 Frauen geschenkt worden sind. Während der Renovierungsarbeiten fand man unter der Farbenschicht eine Inschrift: "Im Jahre 1932 von W³adys³aw Lisik renoviert". Das Gemälde kehrte nach der Ausbesserung zurück und wurde in einem neuen Altar auf der Seite der Sakristei untergebracht. Der Altar wurde am 21. April 1991 vom Bischof Dr. Tadeusz Rybak eingeweiht. Wegen Geldmangels konnte der Orgelprospekt seit seiner Bauzeit im Jahre 1894 nicht mit Polychromie und Vergoldungen verkleidet werden. Einer gründlichen Renovierung wurde der Orgelprospekt erst 1994 unterzogen. Die Renovierungsarbeiten dauerten vom Mai bis August. Die Polychromie und Vergoldungen unterstreichen jetzt die Pracht der monumentalen Orgel. Links am ersten Pfeiler vom Presbyterium brachte man das Gemälde mit dem Hl. Josef und dem Jesuskind an.

Der Hl. Josef ist der zweite Patron der Diözese Liegnitz und Schutzpatron der Brüderschaft, die am 19. März 1995 im Liegnitzer Dom vom Bischof Tadeusz Rybak gegründet worden ist. Der Autor des Gemäldes aus dem 18. Jh. ist unbekannt.

Die Altare Muttergottes der Hoffnungshüterin und der Hl. Hedwig wurden nach dem Entwurf des Liegnitzer Künstlers Henryk Baca errichtet. Sie wurden vom Tischler aus Krzywa, W³adys³aw Ginowicz, gebaut. Polychromie und Vergoldungen fertigte Miros³aw Patecki aus Przybyszów. Die wichtigste Unternehmung war aber die Renovierung des Hauptaltars vom Mai bis Hälfte November 1994. Alle Elemente des Altars wurden ausgebaut, gereinigt, repariert und konserviert, die Flächen mit Polychromie verkleidet und Vergoldungen mit echtem Gold vergoldet, wobei die alten Fragmente der Vergoldungen erhalten blieben. Die Arbeiten wurden unter Aufsicht des Altbauaufsehers der Woiwodschaft, Zdzis³aw Kurzeja, durchgeführt. Die Arbeiten leitete Prof. Sylwia Szoc aus Breslau. Seine Hilfe leistete Priester Mag. Czes³aw Mazur, Kunsthistoriker, früherer Angehöriger der Pfarrei.

Die wichtigsten Elemente des Altars mit Säulen, dem Hauptteil und Tafeln wurden gereinigt, repariert, konserviert und mit Polychromie verkleidet. Auf diese Weise erlangte der Altar seine alte Pracht wieder, was in Hinblick auf seine Größe und die Schönheit der Barockkunst einen besonderen Charakter der Kirche verleiht.

Es wurde eine neue große Monstranz bestellt (sie wiegt 86 kg). Am Altar der ewigen Verehrung wurde auf Bestellung angefertigt und eingebaut ein großer Altarschrein zum Aufbewahren von mehreren liturgischen Gefäßen, was den Bedürfnissen eines Doms entspräche. Die Arbeiten daverten vom 5. März bis zum 27. Juni 1990.

All die Arbeiten wurden ausgeführt dank eines großen Engagement nicht nur von Pfarrer Bochnak, sondern auch von Pfarreiangehörigen, die immer hilfsbereit waren. Große Hilfe hat ebenfalls der Rat der Pfarrei geleistet, der seine Ratschläge, Wohlwollen und Freigebigkeit bot. Der Rat sammelte sonntags Spenden und legte Finanzberichte der Einnahmen und Ausgaben jedes Vierteljahr vor. Ihnen gebührt die Achtung und Dankbarkeit nicht nur von Pfarrer Bochnak, sondern auch von allem Einwohnern der Stadt.